SINGULUS TECHNOLOGIES AG, Kahl am Main Hauptversammlung am 26. Mai 2003
Roland Lacher, Vorsitzender des Vorstandes
1. Begrüßung Sehr geehrte Aktionärin, sehr geehrter Aktionär, meine sehr verehrten Damen und Herren, sehr herzlich begrüße ich Sie heute morgen im Namen des Vorstandes der SINGULUS TECHNOLOGIES AG zu unserer heutigen Hauptversammlung 2003. Der Vorstand möchte Ihnen heute einen umfassenden Rückblick auf das abgelaufene Geschäftsjahr 2002 geben. Es war das fünfte volle Geschäftsjahr als börsennotierte Aktiengesellschaft, in welchem unser Unternehmen als weltweit größter Hersteller von Produktionsanlagen zur Herstellung von Optical Discs seine führende Position nicht nur erneut behaupten, sondern gegenüber dem nächst besten Wettbewerber, der nicht einmal die Hälfte unseres Umsatzes erreichte, sogar noch ausbauen konnte. Es ist mir deshalb ein besonderes Anliegen zu berichten, wie wir nach einem rückläufigen Geschäftsverlauf im vorletzten Jahre 2001 jetzt im Berichtsjahr 2002 wieder deutliches Wachstum in Umsatz und Gewinn erzielen konnten, wie wir uns unter den wichtigsten Wettbewerbern positioniert sehen, welche Geschäftsziele wir in der Zukunft verfolgen wollen und was wir für das laufende Jahr 2003 erwarten.
2. Rückblick auf das Geschäftsjahr 2002 Es war ein sehr gutes Jahr 2002 für unser Unternehmen. Das schwungvolle Wachstum hat den Geschäftsrückgang des Jahres 2001 rasch vergessen lassen. Der hohe Exportanteil mit mehr als 90% unseres Umsatzes machte uns von der anhaltend schwachen Konjunktur Deutschlands weitgehend unabhängig. Erstmalig war die regionale Verteilung der Lieferungen nach Europa, USA und Asien mit jeweils einem Drittel sehr ausgewogen. Mit den Akquisitionen SINGULUS EMOULD Ende 2001 und SINGULUS OMP zum Jahresbeginn 2002 haben wir unser Produktprogramm durch eigene Spritzgießmaschinen und Mastering-Anlagen wesentlich erweitert. Die Integration beider Firmen wurde im Jahr 2002 erfolgreich umgesetzt. Gleichzeitig konnten wir die technische Weiterentwicklung auch dieser Produkte deutlich beschleunigen. In den kommenden Jahren wird sich für den Konzern der volle zusätzliche Wert dieser Akquisitionen einstellen, der nicht allein im Ertrag begründet ist. Durch die beiden Neuzugänge haben wir exklusive Entwicklungskapazitäten für weitere wichtige Technologien im eigenen Haus. Das wird sich in einer noch besseren Verzahnung aller Einzelkomponenten und vor allem in der Anhebung der durchschnittlichen Entwicklungsgeschwindigkeit unserer Anlagen vorteilhaft bemerkbar machen. Kein Wettbewerber kann Vergleichbares aufweisen. In Verbindung mit unserer weltweiten Vertriebs- und Service-Organisation haben wir damit beste Voraussetzungen geschaffen, um unseren Kunden die gewünschten Systemlösungen zu liefern. Mit der Strategie der Komplettlösung aus einer Hand werden wir unsere Position als Weltmarktführer Zug um Zug weiter ausbauen können. Um Ihnen einen besseren Einblick in unsere vielfältigen Produkte und Fertigungstechnologien für die verschiedenen Formate der Optical Discs zu geben, haben wir einen kleinen Film vorbereitet, den ich bitte, jetzt abspielen zu lassen. Die wesentlichen Wachstumsimpulse kamen aus dem DVD-Bereich und lösten eine extrem hohe Nachfrage nach DVD-Anlagen aus. Der Siegeszug der DVD für Filme und Computerspiele in den USA hat sich mittlerweile in vollem Umfang auch auf Europa ausgedehnt. Er setzt sich in jüngster Zeit mehr und mehr auch in Asien fort. Das jährliche Wachstum des Absatzmarktes für DVD beträgt derzeit rund 40%. Trotz des hohen Wachstums liegt die Marktdurchdringung mit DVD-Abspielgeräten in Europa erst bei 25% gegenüber 40% in den USA. Beide Kennziffern sind damit noch weit entfernt vom Vergleichswert für VHS-Videorecorder, der bei 90% liegt. Aus dieser Differenz ergibt sich weiterhin ein enormes Wachstumspotenzial für unsere Maschinen und Anlagen in den kommenden Jahren. Es ist heute sehr deutlich zu erkennen, dass sich der Wechsel von der CD-Generation auf die DVD-Generation künftig auch bei den beiden weiteren Formaten (einmal beschreibbare DVD±R und mehrfach wieder beschreibbare DVD±RW/DVD-RAM) auf breiter Front vollziehen wird. Die dafür notwendigen Anlagen und Prozesse haben wir bereits entwickelt. Wir sind bereit und entschlossen, auch diese neuen Geschäftsfelder zu erobern und alle dortigen Wachstumschancen wahrzunehmen – und zwar schneller und erfolgreicher, als unsere Wettbewerber dies tun können.
3. Umsatz und Ertrag Der konsolidierte Konzernumsatz nahm 2002 um 28,8 % gegenüber Vorjahr auf 290,5 Mio. Euro zu. Bei einer leicht angestiegenen Bruttomarge von 35,9 % (Vorjahr 34,8 %) belief sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 52,7 Mio. Euro (Vorjahr 40,2 Mio. Euro). Die EBIT- Rendite erreichte wie im Vorjahr 18,9 %. Das Ergebnis vor Steuern beträgt 54,5 Mio. Euro (Vorjahr 42,4 Mio. Euro). Bei einer Steuerquote im Berichtsjahr von 32,9 % (Vorjahr 34,2 %) wurde ein Jahresüberschuss von 36,6 Mio. Euro (Vorjahr 27,9 Mio. Euro) erwirtschaftet. Die Nettorendite nach Steuern ist mit 13,1 % unverändert und weiterhin sehr erfreulich. Hauptsächlich auf Grund des Jahresüberschusses von 36,6 Mio. Euro steigt das Eigenkapital des Konzerns von 135,4 Mio. Euro im Vorjahr auf 181,6 Mio. Euro. Damit liegt die Eigenkapitalquote bei 69,0 % (Vorjahr 72,2 %). Die Eigenkapitalrendite – gemessen als Verhältnis von Gewinn vor Steuern zu Eigenkapital – beträgt 30,0 % (Vorjahr 31,3 %). Damit hat SINGULUS im Hinblick auf Vermögens- und Kapitalkennziffern nach wie vor eine außergewöhnlich gute Position.
4. Gewinnverwendung
Der Vorschlag zur Gewinnverwendung erfolgt auf Basis des nach deutschem Recht erstellten Einzelabschlusses der SINGULUS TECHNOLOGIES AG. Der Jahresüberschuss in Höhe von 24,9 Mio. Euro wird gemäß § 16.3 der Satzung zur Hälfte in „Andere Gewinnrücklagen“ eingestellt. Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 12,45 Mio. Euro soll durch Beschluss der heutigen Hauptversammlung ebenfalls in „Andere Gewinnrücklagen“ eingestellt werden. Das Ergebnis pro Aktie war 0,99 Euro. Eine Dividende soll nicht ausgeschüttet werden. SINGULUS TECHNOLOGIES will auch künftig die erwirtschafteten Mittel für das weitere innere Wachstum sowie die Entwicklung im eigenen Hause verwenden und auch Opportunitäten am Markt wahrnehmen. Nur durch Thesaurierung ist auch künftig das Wachstum und die Ertragskraft des Unternehmens sicherzustellen. Mit dieser Politik war es uns in der Vergangenheit auch möglich, innerhalb kürzester Zeit zwei exzellente Firmen dazuzukaufen. Diese Möglichkeit benötigen wir auch für die Zukunft zum Wohle des Unternehmens und seiner Anteilseigner. Der Vorstand und unser gesamtes Unternehmen fühlen sich nach wie vor dem Wachstum verpflichtet, wie die deutliche Steigerung von Umsatz und Gewinn des Stammgeschäftes im vergangenen Jahr erneut belegen. Das war der Grund für den Börsengang im November 1997 an den Neuen Markt. Unser Geschäft verläuft noch nicht in Zyklen wie andere Märkte, welche einen hohen Reifegrad und Sättigung erreicht haben. Aber Wachstum muss finanziert werden, da das Working Capital speziell bei Forderungen und Vorräten ansteigt. Unsere hohen Gewinne erlauben bisher eine Finanzierung des steigenden Working Capitals aus eigenen Erträgen, ohne Bankdarlehen aufnehmen oder Kapitalerhöhungen mit der Ausgabe neuer Aktien durchführen zu müssen. Wir unternehmen derzeit, wie Sie wissen, erhebliche Anstrengungen zum Ausbau neuer Geschäftsfelder, d.h. also zur Diversifikation unserer Produkte, um die bisher alleinige Abhängigkeit vom Markt der Optical Disc – Replikationstechnik zu verringern und mittelfristig zusätzliche Ertragsquellen zu erschließen. Auch weitere Akquisitionen können wir uns dabei vorstellen, sofern sie wirtschaftlichen Sinn machen und neue Technologien betreffen. Ein solches Vorgehen nenne ich verantwortungsvolle und wertsteigernde Unternehmensführung. Für den Vorstand und Mitarbeiter ist dieser Weg allerdings eher steiniger und mühsamer als eine Dividenden-Ausschüttung.
5. SINGULUS TECHNOLOGIES Aktie Für die Mehrzahl der deutschen Aktiengesellschaften war 2002 ein äußerst schwieriges Börsenjahr, das von deutlichen Abwärtsbewegungen geprägt wurde. Werte des Segmentes Neuer Markt unterlagen generell einem starken Kursverfall, dem sich auch die SINGULUS Aktie nicht entziehen konnte. Nach einem Jahreshoch im April 2002 von Euro 34,55 betrug der Kurs zum Jahresschluss nur noch 12,60 Euro. Im Jahresverlauf fiel der Nemax 50 um 69 %. Diesem Trend konnte sich auch die SINGULUS TECHNOLOGIES Aktie nicht entziehen. Obwohl die Geschäftsentwicklung des Unternehmens im Jahr 2002 besser war als 2001, folgte die Kursentwicklung dem Index deutlich stärker. Die allgemeine Verunsicherung an den Weltbörsen hat auch stabile Unternehmen mit guter Performance und guten Bilanzrelationen in ihren Sog gerissen. So verlor die Aktie der SINGULUS TECHNOLOGIES im Jahresendvergleich 60 % gegenüber Vorjahr. Die Deutsche Börse gab im September 2002 ihre Pläne für einen radikalen Umbau der Aktienmarktsegmente bekannt, wobei die Handelssegmente Neuer Markt und Smax aufgelöst werden. Mit dieser überraschenden Maßnahme reagierte die Börse auf den drastischen Kursverfall und den dafür verantwortlichen Vertrauensverlust am Neuen Markt. Der Neue Markt soll nach einer Übergangsfrist Ende 2004 geschlossen werden. Anfang 2003 ist der deutsche Aktienmarkt in zwei neue Segmente geteilt worden, den „Prime Standard“ und den „General Standard“. Mit dem Prime Standard hat die Börse ein Qualitätssegment geschaffen, das den Investoren eine dem Neuen Markt vergleichbare Transparenz bieten und den Unternehmen den Zugang zum internationalen Kapitalmarkt erleichtern soll. SINGULUS TECHNOLOGIES wurde bereits in den Prime Standard aufgenommen. Seit Februar 2003 sind wir im TecDAX gelistet. Er bildet die 30 größten Technologiewerte ab, unter denen wir – gemessen an der Marktkapitalisierung – den fünften Rang belegen. Der Niedergang des Neuen Marktes ist jetzt Geschichte. Er wäre im Rückblick zwar zu vermeiden gewesen, aber er war nach dem dramatischen Vertrauensverlust der Anleger am Ende nicht mehr aufzuhalten. Mit der Schaffung des TecDAX startet die Deutsche Börse einen zweiten – und jetzt hoffentlich erfolgreicheren – Versuch für ein Segment der Technologie-Werte, vorzugsweise mit Wachstumspotenzial ausgestattet. Im Gegensatz zum Neuen Markt ist jetzt nicht mehr in erster Linie Menge, sondern Qualität der Titel gefragt. Sicherlich ist dies ein Schritt in die richtige Richtung, wie er gerade von unserem Unternehmen schon seit langem gefordert war. Wir erwarten, dass der TecDAX auch internationale Bedeutung erlangen wird. Und davon sollte die SINGULUS-Aktie als allgemein anerkannter Qualitäts-Titel ebenfalls profitieren. Mit Jahresbeginn 2003 entwickelte sich unser Aktienkurs zunächst negativ und erreichte im März ein enttäuschendes Tief von 8,80 Euro. Offensichtlich haben dazu Leerverkäufe in großem Stil beigetragen, wie sie bekanntlich auch bei anderen Titeln zu beobachten waren, denen wir als Vorstand nur ohnmächtig zusehen konnten. So teilte uns die Bank Morgan Stanley wiederholt mit – und wir haben dies pflichtgemäß auch immer im Bundesanzeiger veröffentlicht -, dass sie einen Bestand an SINGULUS Aktien halte, der mehr als 5% unseres Stammkapitals betrug. Auf unsere Nachfrage wurde von Morgan Stanley erklärt, dass dieser Bestand aus Aktien-Leihen herrühre, nicht jedoch aus einem strategischen Investment. Mittlerweile ist unser Kurs – auch konform mit den allgemeinen Aktienmärkten – wieder deutlich gestiegen und wies am vergangenen Freitag mit 13,22 Euro gegenüber dem Jahres-Einstandskurs ein Plus von 5,6 % auf. Ich möchte hier noch einmal betonen, dass wir als Unternehmen und auch als Unternehmensführung mit der Kursentwicklung nicht zufrieden sind, und uns weiterhin bemühen werden, Investoren von unserem Geschäftsmodell zu überzeugen
6. Corporate Governance/Unternehmensführung
Der Deutsche Corporate Governance Kodex will das Vertrauen der internationalen und nationalen Anleger, der Kunden, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Aktiengesellschaften fördern. Der Kodex fasst wesentliche gesetzliche Vorschriften zur Unternehmensleitung und Überwachung börsennotierter Gesellschaften zusammen. Er berücksichtigt in Form von Empfehlungen (soll) international und national anerkannte Verhaltensstandards und gibt den einzelnen Gesellschaften Anregungen (sollte/kann) für eine gute und verantwortungsvolle Unternehmensführung und -überwachung. Vorstand, Aufsichtsrat und leitende Mitarbeiter von SINGULUS TECHNOLOGIES identifizieren sich mit den Prinzipien und Grundsätzen einer transparenten und verantwortlichen Leitung sowie Kontrolle des Unternehmens. Denn diese Kriterien dienen dem Erhalt und der Steigerung des Vertrauens von Aktionären, Mitarbeitern, Geschäftspartnern und der breiten Öffentlichkeit. Deshalb haben Vorstand und Aufsichtsrat der SINGULUS TECHNOLOGIES AG die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG am 20. Februar 2003 mit Ergänzungen vom 3. April 2003 abgegeben und auf der Internetseite der Gesellschaft sowie im Geschäftsbericht 2002 publiziert. Diese Entsprechenserklärung wird im Anschluss an die heutige Hauptversammlung zusammen mit dem Jahresabschluss und den anderen Unterlagen, die der Hauptversammlung heute unter dem Tagesordnungspunkt 1 vorgelegt wurden, im Bundesanzeiger bekannt gemacht und anschließend auch zum Handelsregister eingereicht.
7. Beschlussfassung zu TOP 6 – Änderungen zur Satzung der Gesellschaft Die vorgeschlagenen Satzungsänderungen sollen Ihnen in erster Linie die Teilnahme an der Hauptversammlung erleichtern. Höhere Aktionärspräsenz bei der Hauptversammlung durch erleichterte Teilnahmemöglichkeiten ist ein Anliegen des Deutschen Corporate Governance Kodexes. Durch den neuen § 13 Absatz 4 der Satzung sollen Bevollmächtigungen zur Stimmrechtsausübung auf der Hauptversammlung erleichtert werden. Diese Regelung ermöglicht Ihnen, dass Sie die von der Gesellschaft benannten Stimmrechtsvertreter zukünftig auch auf elektronischem Wege oder per Telefax mit der Ausübung Ihrer Stimmrechte beauftragen können und nicht – wie bisher – nur schriftlich. Durch den neuen § 14 Absatz 3 wird zukünftig die vollständige Übertragung der Hauptversammlung in Bild und Ton – und damit auch eine Übertragung im Internet – zulässig. Damit wäre es möglich, dass Sie die Hauptversammlung im Internet verfolgen und noch während der Hauptversammlung den von Ihnen bevollmächtigten Stimmrechtsvertretern elektronisch Weisungen hinsichtlich des Abstimmungsverhaltens geben könnten. Ob wir von der Übertragung ins Internet tatsächlich Gebrauch machen werden, steht allerdings noch nicht fest. Wir werden zunächst abwarten und uns informieren, welche Erfahrungen andere Gesellschaften damit gemacht haben und ob tatsächlich ein Bedürfnis für diese Form der Teilnahme besteht. Wir möchten jedenfalls heute bereits die satzungsmäßigen Voraussetzungen dafür schaffen. § 16 Absatz 1 der Satzung gibt lediglich den Inhalt von gesetzlichen Bestimmungen wider. Durch die vorgeschlagene Änderung soll § 16 Absatz 1 an die aktuelle Fassung des Gesetzes angepasst werden.
8. Der Aufbau neuer Geschäftsfelder Nachdem wir im Bereich optischer Datenträger eine herausragende Position auf dem Weltmarkt erlangt haben, wurde Anfang 2002 mit der Entwicklung von TMR-Technologien ein erster Schritt auf ein neues Geschäftsfeld in Angriff genommen. Derzeit sind wir dabei, weitere Arbeitsgebiete zu erschließen. Ein eigens dafür aufgebautes neues SINGULUS-Entwicklungsteam für TMR-Technologien hat im Berichtsjahr den Prototyp einer neuen Vakuum-Beschichtungsanlage TIMARIS fertiggestellt, mit welcher wir seit dem ersten Quartal 2003 Musterbeschichtungen auf Silizium-Wafern entweder für MRAM-Chips oder für neue TMR-Dünnschichtköpfe für magnetische Festplattenlaufwerke durchführen. Damit kann der Vertrieb dieser neuen Anlagentechnik mit den Schwerpunkten in USA und Asien beginnen. Wir sind zuversichtlich, dass wir sehr bald die ersten Absatzerfolge werden aufweisen können. Die entsprechenden Entwicklungskosten haben wir im Jahresabschluss 2002 schon verarbeitet. Allerdings wartet die Halbleiterindustrie weltweit seit längerem auf einen erneuten Aufschwung der Konjunktur und hält sich derzeit mit Investitionen leider noch sehr zurück. Im vergangenen Geschäftsjahr 2003 haben wir einen zweiten Schritt zur weiteren Diversifikation eingeleitet: In Zusammenarbeit mit der Firma Rupp+Hubrach als Leitkunden wurden sehr innovative Prozesse zur vollautomatischen Beschichtung von Kunststoff-Brillengläsern entwickelt, welche die Kosten der heute gebräuchlichen Verfahren halbieren werden. Die von uns neu entwickelten Vakuum-Beschichtungs-Technologien sind von denjenigen abgeleitet, die wir schon bei Optical Discs einsetzen und beherrschen, und folgen dem Prinzip der Einzel-Substrat-Beschichtung wie bei CD und DVD Replikationslinien. In einem weiteren Schritt wäre auch der Aufbau einer kompletten Inline-Fertigung von Kunststoff-Brillengläsern unter Verwendung der uns bereits geläufigen Spritzgießtechnik denkbar. Mehrere weitere namhafte Brillenglashersteller wie z.B. Rodenstock, Essilor und Zeiss, denen wir Technologie und Anlagenkonzept präsentiert haben, zeigten sich von dieser Innovation sehr beeindruckt und zeigten sehr ernsthaftes Interesse zur Zusammenarbeit mit uns. Ein Prototyp soll bis Jahresende 2003 fertiggestellt werden und dann im ersten Halbjahr 2004 in der täglichen Produktion eines Kundenbetriebes erprobt werden. Weitere Maschinenlieferungen sind dann für die zweite Jahreshälfte 2004 geplant.
9. Ausblick in das neue Geschäftsjahr 2004 Ungeachtet aller politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten in der Welt zeigt unser Geschäft im neuen Jahr 2003 erneut eine ungebrochene Dynamik. Die Projekt- und Ordertätigkeit setzte sich aus dem Vorjahr nahtlos im ersten Quartal 2003 fort und betraf mit besonderem Schwerpunkt alle Anlagen für die verschiedenen DVD-Formate. So lag der Auftragseingang im ersten Quartal mit 128,6 Mio Euro über den Vergleichswerten des Vorjahres und auch über unseren Planungen. Dazu hat ein sehr starkes DVD Geschäft für unsere SPACELINE beigetragen, das Europa und USA betrifft. DVD befindet sich in diesen beiden Regionen derzeit auf dem höchsten Wachstumsgradienten und ist ein Bestseller in allen Media-Märkten. In Asien besteht eine erhebliche Nachfrage nach unserer SKYLINE DUPLEX für CD und DVD 5 Formate, so dass wir in diesem Produktsegment bis Jahresende eine deutliche Umsatzsteigerung gegenüber Vorjahr erwarten. Verstärkt wird dieser positive Trend auch durch den Modellwechsel auf die neu entwickelte SKYLINE II, welche wir in diesem Monat erstmalig auf der Fachmesse MEDIATECH Expo 2003 in USA vorgestellt haben. Zum besonderen Wachstums-Motor haben sich in diesem Jahr die Anlagen zur Herstellung der einmal beschreibbaren DVD – DVD Recordable – entwickelt. Wir hatten dies seit längerem erhofft und erwartet, so dass wir mit entsprechenden Entwicklungen bei Anlagen- und Prozess-Technik darauf vorbereitet waren. So sind wir zuversichtlich, in diesem neuen Produktsegment in den kommenden Jahren eine starke Marktposition erreichen zu können. Bisher enttäuschend verläuft leider noch das Anlagengeschäft für die mehrfach wiederbeschreibbare DVD – der DVD Rewritable - für das wir in der Vergangenheit erhebliche Vorleistungen erbracht haben. Da die dazugehörigen Recorder in jüngster Zeit stark im Preis gefallen sind, haben wir unsere Erwartungen auf eine zunehmende Marktakzeptanz noch nicht aufgegeben. So haben wir auf der diesjährigen Bilanz-Pressekonferenz am 28. März die Prognose abgegeben, in 2003 ein erneutes Wachstum von 20 % bei Umsatz und Gewinn gegenüber Vorjahr zu erreichen. Natürlich gibt es dennoch dabei noch erhebliche Unsicherheiten der Weltwirtschaft: Zum Glück scheint uns der Irak Krieg nicht negativ berührt zu haben. Schon deutlich kritischer sind die Auswirkungen des SARS-Virus einzuschätzen, das zur Zeit unsere ganze Vertriebstätigkeit in Asien nahezu zum Erliegen gebracht hat. Ganz Taiwan gilt im Moment noch als gefährdetes Gebiet, allerdings gibt es für Hongkong und Guangzsou in Süd-China bereits die ersten Entwarnungen. Erst Ende Juni wird endgültig entschieden werden, ob unsere Messe Ende August in Shanghai stattfinden kann oder endgültig abgesagt werden muss. Das größte Problem für uns ist jedoch zur Zeit der gegenüber dem US $ und dem japanischen Yen so stark aufgewertete Euro. Die Preisverhandlungen in allen Exportmärkten stehen damit deutlich unter Druck, und unsere japanischen Wettbewerber haben dadurch im wichtigen Markt Taiwan steigende Marktanteile gewinnen können. Aber dennoch bleiben wir insgesamt zuversichtlich, da wir gegenwärtig an der Kapazitätsgrenze produzieren und noch weitere Neuentwicklungen im IV Quartal 2003 in den Markt einführen wollen. Der Markt für Optical Discs bietet nach wie vor Chancen für Wachstum und damit auch besondere Wachstumschancen für SINGULUS TECHNOLOGIES. (es gilt das gesprochene Wort)
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