Hauptsammlung 2005

 



 
SINGULUS TECHNOLOGIES AG, Kahl am Main
Hauptversammlung am 30. Mai 2005

Roland Lacher, Vorsitzender des Vorstandes


1. Begrüßung

Sehr geehrte Aktionärin, sehr geehrter Aktionär,
meine sehr verehrten Damen und Herren,

sehr herzlich begrüße ich Sie heute morgen im Namen des Vorstandes der SINGULUS TECHNOLOGIES AG zu unserer Hauptversammlung 2005.

Lassen Sie mich zunächst auf ein ereignisreiches und erfolgreiches Jahr 2004 zurückblicken.

Danach möchte ich Ihnen den Weg beschreiben, auf dem wir unser Unternehmen weiter voran bringen wollen.

Nachfolgend zuerst also die Highlights des vergangenen Jahres:

•  Der Umsatz ist erneut zweistellig, der Gewinn gut einstellig gewachsen.
   
• Die Vermögens-, Kapital- und Finanzkennziffern des SINGULUS-Konzerns sind auch für 2004 wieder außergewöhnlich gut: zum Beispiel beträgt unsere Eigenkapitalquote 66 %.
   
• Wir haben unsere führende Position als weltweit größter Hersteller von Produktionsanlagen zur Produktion von Optical Discs erneut ausgebaut und sind unangefochtener Marktführer geblieben.
   
• Mit der Vorstellung einer neuen Maschinengeneration für DVD-R haben wir uns erfolgreich in diesem Markt positioniert.
   
• Die Akquisition und Integration der beiden Mastering-Einheiten OMP und ODME waren ein voller Erfolg. Sie sichern uns eine Schlüsselposition zur Entwicklung der Basistechnologien für die Formate der dritten Generation.
   
• Die Kooperationsvereinbarungen mit SONY und MEMORY-TECH/TOSHIBA als den Treibern der beiden Konkurrenzformate HD DVD und Blu-ray für die dritte Generation Optical Disc sichern uns eine exzellente Ausgangsposition bei der Markterschließung der neuen Formate.
   
• Beim Aufbau neuer Geschäftsfelder auf der Basis unser Technologiekompetenz verzeichnen wir klare Fortschritte.

Zusammenfassend können wir feststellen: Wir haben unsere Ertrags- und Technologieziele 2004 übertroffen. Und das in einem Marktumfeld, das sich zum Ende des Jahres deutlich abgeschwächt hat.


2. Das Geschäftsjahr 2004 im einzelnen:

In welchem Marktumfeld haben wir uns im vergangenen Jahr bewegt?
Die Zahl der weltweit produzierten vorbespielten DVD wuchs von 3,6 auf 4,7 Mrd. Einheiten: eine Steigerung um 28 %.

Ebenfalls dynamisch wuchs der Markt für einmal- und mehrfach beschreibbare DVD. Er konnte mit einer guten Verdopplung von 0,5 auf 1,4 Mrd. Einheiten das relativ stärkste Wachstum verbuchen, verblieb absolut gesehen allerdings noch auf niedrigem Niveau.

Für beide DVD-Segmente gehen wir davon aus, dass der Wachstumstrend noch für einige Jahre ungebrochen bleibt und erst mittelfristig abflachen wird. Damit sichern wir in unserem Kernbereich, mit dem auch das meiste Geld verdient wird, Wachstum für die Zukunft.

Die weltweite Produktion von CD war in 2004 mit einem Rückgang auf etwa 12,5 Mrd. Einheiten (Vorjahr knapp über 13 Mrd.) leicht rückläufig. Der Verbrauch von CD-R stieg von 9 auf 10 Mrd. Stück leicht an.

Allerdings war asiatische Markt seit der zweiten Jahreshälfte 2004 von deutlicher Investitionszurückhaltung betroffen.

Diese liegt an einer Reihe von Gründen:

1.  In einem drastischen Preisanstieg für Polycarbonat-Kunststoff, dem Rohmaterial für die Herstellung von Discs (nahezu eine Verdoppelung des Preises innerhalb von nur 12 Monaten).
   
2. In den gegenwärtigen Überkapazitäten in Asien bei der Herstellung von Recordable Discs – CDR und DVD-R.

Viele Firmen - und vor allem die großen Kunden in Taiwan - waren in 2004 nicht profitabel. Es fehlen derzeit die Gewinne und damit die Finanzmittel für neue Maschinenkäufe. Die schwache US-Währung hat noch ein Übriges dazu beigetragen, dass die Kaufkraft asiatischer Kunden für Waren aus dem Euro-Raum weiter nachgelassen hat.

Auch der US-Markt zeigte seit Jahresende 2004 erste Anzeichen von Kaufzurückhaltung. Hier besteht derzeit Unsicherheit im Hinblick auf die Markteinführung der Formate der dritten Generation Optical Disc.

Wir haben die Marktschwäche rechtzeitig erkannt und deshalb Anfang 2005 konsequent mit einem Massnahmenpaket zur Kostensenkung reagiert.

Trotz verschlechteter Rahmenbedingungen war das abgelaufenen Geschäftsjahr – wie ich nochmals betonen möchte – außerordentlich erfolgreich für SINGULUS. Denn unsere Gesamt-Strategie hat sich erneut bewährt:

•  Komplettierung unserer Wertschöpfungskette im eigenen Haus.
   
• Erneuerung unserer Produktpalette durch neue Produktgenerationen sowie gleichzeitige Technologieführerschaft in den entscheidenden Bereichen.

Durch die konsequente Verfolgung und Umsetzung unserer Strategie in den vergangenen Jahren sind wir nach wie vor das Maschinenbau-Unternehmen mit den höchsten Umsätzen im Optical Disc-Markt geblieben und haben in 2004 im Kerngeschäft unsere Position als Technologie- und Marktführer für die Zukunft weiter absichern können.

So haben wir uns im abgelaufenen Geschäftsjahr im Bereich Mastering-Anlagen strategisch neu aufgestellt. Mit Wirkung zum 1. Januar 2004 wurde der Erwerb des Mastering-Geschäftes der ODME B.V., Eindhoven, Niederlande von OTB, Niederlande vollzogen, so dass diese Aktivitäten mit unserer Tochtergesellschaft SINGULUS OMP verschmolzen werden konnten. Denn bereits 2002 hatten wir mit der Akquisition von OMP, Best, Niederlande den ersten Schritt zum Aufbau des Mastering-Geschäfts getan. Beide Gesellschaft sind jetzt vereint unter dem neuen Namen SINGULUS MASTERING B.V. weltweit tätig.

SINGULUS MASTERING ist Weltmarktführer mit einem technologisch führenden und gleichzeitig kompletten Portfolio für alle Optical Disc Formate. Das neue Unternehmen besitzt das mit Abstand beste Produkt-Portfolio unter allen Wettbewerbern. Wir haben dadurch auch eine Schlüsselposition für die Entwicklung der notwendigen Basistechnologien und Maschinen für die Formate der dritten Generation aufbauen können.

Im Juni 2004 haben wir auf der Leitmesse unserer Branche, der Media-Tech Expo in Frankfurt, zwei Maschinenneuheiten für die Herstellung vorbespielter und einmal beschreibbarer Discs vorgestellt:

1.  Die neue SPACELINE II-Replikationslinie für vorbespielte DVD wurde 2004 zur Serienreife entwickelt. Mit der SPACELINE II Produktionslinie können jetzt mehr als 30.000 DVD pro Tag hergestellt werden. Damit ist im Markt eine neue Benchmark gesetzt worden. Nicht zuletzt diese neue Anlage hat unsere Führungsposition bei den vorbespielten DVD weiter gestärkt.
   
2. Die zweite Innovation war die STREAMLINE II für einmal beschreibbare DVD-R. Seit Mai vergangenen Jahres läuft die Serienproduktion der STREAMLINE II, und die ersten Anlagen dieser neuen Generation sind bereits im Juni 2004 nach Europa und Asien ausgeliefert worden.
   
3. Die STREAMLINE II DVD-R wurde in der 2. Jahreshälfte weiter entwickelt für Dual Layer DVD+R mit 8,5 Gbyte Speichervolumen. Mit dieser Disc kann dann zum ersten Mal auch ein Film von 2 Stunden Spieldauer in voller Länge und ohne Unterbrechung in DVD Qualität aufgezeichnet werden. Die STREAMLINE II DVD-R DL kam im Januar 2005 auf den Markt . Mit dieser Neuentwicklung haben wir uns im Markt für DVD-R erfolgreich positioniert.

3. Die dritte Generation Optical Disc

In der Unterhaltungsindustrie bahnt sich weltweit ein neues Zeitalter an: Das digitale hochauflösende Fernsehen - HDTV, welches in Japan bereits gestartet ist. Bis 2007 sollen alle Fernsehkanäle in Japan auf diese neue Technologie umgestellt werden. Vergleichbare Pläne gibt es auch in den USA, wo HDTV ebenfalls bis 2007 starten soll. Europa wird ebenfalls zur Fußballweltmeisterschaft 2006 folgen.
Wer digitale HDTV-Sendungen aufnehmen oder Filme in HDTV-Format abspielen will, muss wegen der deutlich höheren Bildauflösung auch wesentlich größere Datenmengen abspeichern, für welche die Kapazität der heutigen DVD mit 9,4 GB nicht mehr ausreicht.

Der Erfolg unserer Produkt- und Geschäfts-Strategie wird sich auch beim Aufbau der dritten Generation der optischen Speichermedien erneut beweisen. Durch die Übernahme des Mastering-Geschäftes der ODME und der MoldPro Patente von OTB für eine neue Spritzgießtechnologie hat SINGULUS TECHNOLOGIES erste Schritte zur Erschließung der neuen Formate getan. Die Kooperationsvereinbarungen Ende 2004 mit SONY und MEMORY-TECH/TOSHIBA als den Treibern der beiden Konkurrenzformate HD DVD und Blu-ray waren weitere wichtige Meilensteine in der Markterschließungsstrategie.

Wir haben Pilotanlagen für die neuen Formate HD DVD und Blu-ray entwickelt und diese Systeme im 2. Quartal 2005 öffentlich vorgestellt.

Hiermit wird unser Unternehmen auch im Zukunftsmarkt der Speichermedien der dritten Generation optimal positioniert sein. Wir hoffen, dass der noch nicht entschiedene Format-Streit zwischen HD-DVD und Blu-ray letztendlich doch noch zu einer einheitlichen Format-Spezifikation führen wird.

Alles andere wäre sowohl für die Konsumenten als auch für alle Beteiligten in der weltweiten Supply-Chain höchst ineffizient und schädlich. Allerdings stehen derzeit beide streitenden Konsortien noch unversöhnlich gegenüber, so dass die parallele Einführung zweier konkurrierender Formate der 3. Generation Optical Disc nicht ganz auszuschließen ist.

4. Aufbau neuer Geschäftsfelder

Liebe Aktionärinnen und Aktionäre,
wie ich schon früher ausgeführt habe, zählt zu unserer Strategie auch der Aufbau neuer Geschäftsfelder: Unsere Kernkompetenzen sind die Entwicklung im Wettbewerb überlegener Vakuum-Dünnschichttechnologien sowie deren Produktionsanwendung und weltweite Vertriebs- und Serviceunterstützung. Deshalb wurde vor drei Jahren damit begonnen, unser Geschäftsmodell strategisch weiterzuentwickeln.

Im Zuge dieser Weiterentwicklung haben wir zwei Anwendungen bis zur Marktreife entwickelt und bereits aktiv mit der Vermarktung begonnen:

•  Im Bereich der nächsten Generation Halbleiterspeicher wurde 2002 mit der Entwicklung von TMR-Beschichtungsanlagen für 200 und 300-Millimeter-MRAM-Wafer begonnen. Inzwischen sind zwei Anlagen in unserem Applikationslabor in Betrieb. Wir stehen derzeit mit mehreren Interessenten in aussichtsreichen Verkaufsverhandlungen für die Anwendung und rechnen hier in Kürze mit einem ersten Abschluss. 

Im Januar 2005 hat der Vorstand bekannt gegeben, dass ein strategischer Partner für den Vertrieb und die weitere Entwicklung des Geschäftsfeldes TMR-Beschichtungsanlagen gesucht wird. Dadurch soll der Zugang zu potenziellen Kunden in der Halbleiterindustrie erleichtert und somit das gesamte Geschäftswachstum beschleunigt werden.

•  Unsere zweite neue Anwendung trägt ebenfalls erste Früchte. Im März 2004 hatten wir den Prototyp einer Maschine zur Inline-Beschichtung von Brillengläsern in unserem Hause in Betrieb genommen. Im Januar 2005 wurde dann die erste voll funktionstüchtige Maschine vom Typ OPTICUS an den Leitkunden Rupp + Hubrach ausgeliefert.

Derzeit werden intensive Applikationsarbeiten für weitere potentielle Kunden der optischen Industrie durchgeführt, die von dem technischen und wirtschaftlichen Potenzial dieser Anlage beeindruckt sind. Wir stehen zur Zeit mit allen namhaften Firmen zur Qualifizierung unserer neuen Maschinen- und Prozeß-Technik in Verbindung, so dass wir mit ersten Umsätzen noch in diesem Geschäftsjahr 2005 rechnen.

5. Umsatz, Ertrag und Cash Flow

Für das Geschäftsjahr 2004 ist der Konzernabschluss der SINGULUS TECHNOLOGIES AG erstmals nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt worden. Die Angaben für das frühere Geschäftsjahr 2003 wurden ebenfalls an IFRS angepasst, um sie vergleichbar zu machen.

Im dritten Jahr in Folge steigerte SINGULUS TECHNOLOGIES Umsatz und Ertrag deutlich. So legte der Umsatz mit 439,5 Mio. Euro um 21,2 % gegenüber Vorjahr (362,6 Mio. Euro) zu. Der Umsatzzuwachs entfiel zu ganz wesentlichen Teilen auf Maschinen für vorbespielte DVD sowie die Erstkonsolidierung von ODME Mastering. Die Anzahl verkaufter DVD Maschinen stieg von 183 im Jahr 2003 auf 255 im Jahr 2004 an. Das entspricht einem Volumenanstieg um rund 40 %. Die Anzahl der verkauften Mastering-Anlagen stieg von 14 in 2003 auf 41 in 2004.

Auch die einmal beschreibbaren DVD-Formate haben sich positiv entwickelt. Mit 49 verkauften Maschinen in 2004 wurde ein um 75 % gestiegenes Volumen gegenüber Vorjahr abgewickelt. Der Absatz für Maschinen vorbespielter sowie einmal beschreibbarer CD war rückläufig. Hier konnten 202 CD/DVD-5 Maschinen in 2004 (Vorjahr 310) sowie 38 CD-Recordable Maschinen (Vorjahr 62) verkauft werden.

Trotz der Belastungen durch die Verschmelzung von SINGULUS OMP Mastering mit ODME Mastering zur SINGULUS MASTERING B.V. entwickelten sich Umsatz und Ergebnis des vereinten Mastering-Geschäfts im abgelaufenen Geschäftsjahr zufriedenstellend. Der Anteil des Konzern-Umsatzes, der auf die Mastering Aktivitäten entfällt, hat sich von 4,7 % in 2003 auf 10,0 % in 2004 deutlich erhöht. Auch für 2005 sind die Geschäftsaussichten gut.

Mit einem Anstieg des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) um rund 7 % auf 73 Mio. Euro beträgt die EBIT-Rendite 17,2 %. Der Rückgang gegenüber Vorjahr (19,6 %) ist vor allem auf den Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sowie den Anstieg der Verwaltungskosten, im Wesentlichen durch die Übernahme und Eingliederung der ODME B.V., zurückzuführen.

Die Bruttomarge im Geschäftsjahr 2004 betrug wie im Vorjahr 31,7 %. Der Preisdruck bei Replikationsanlagen war auch im Jahr 2004 weiterhin stark, so dass wir mir dem Erreichen einer Bruttomarge auf Vorjahresniveau nicht unzufrieden sind. Die ständigen Anstrengungen zur Senkung unserer Herstellkosten haben hier erfolgreich die Preiserosion in vollem Umfange kompensieren können.

Das Finanzergebnis 2004 beläuft sich auf 1,3 Mio. Euro (Vorjahr 2,5 Mio. Euro). Damit beträgt das Ergebnis vor Steuern 74,3 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Anstieg um 3,4 Mio. Euro (+ 4,8 %). Die Steuerquote im Berichtsjahr beträgt 36,5 % (Vorjahr 37,3 %).

Im Geschäftsjahr 2004 stieg der Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens von 18,4 Mio. Euro um 30,8 Mio. Euro auf 49,2 Mio Euro. Dies war der höchste Cashflow-Zuwachs in der Unternehmensgeschichte.

6. Eigenkapital und Gewinnverwendung

Das Eigenkapital des Unternehmens ist von 227 Mio. Euro per 31.12.2003 auf knapp 250 Mio. Euro per Ende 2004 angewachsen. Wesentlicher Faktor für diese Entwicklung war die Thesaurierung des Gewinns aus 2004. Die Eigenkapitalquote liegt damit bei 65,7 % (Vorjahr 69,4 %). Die Eigenkapitalrendite – gemessen am Verhältnis von Gewinn vor Steuern zu Eigenkapital – beträgt 29,8 % (Vorjahr 31,3 %). Gemessen an der Eigenkapitelquote und -rendite zählt SINGULUS zu den führenden börsennotierten Unternehmen in Deutschland. [Das wurde jüngst in einer Studie von Focus Money wiederum bestätigt.]

Die Einstellung des Jahresüberschusses in die Rücklagen des Unternehmens erfolgt auf Basis des Vorschlags der Organe des Unternehmens an die Hauptversammlung. Gemäß § 16.3 der Satzung wird der handelsrechtliche Jahresüberschuss der SINGULUS TECHNOLOGIES AG in Höhe von 11.157.790,72 Euro zur Hälfte in „Andere Gewinnrücklagen“ eingestellt. Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 11.157.790,72 Euro soll durch Beschluss der Hauptversammlung ebenfalls in „Andere Gewinnrücklagen“ eingestellt werden. Dieser Gewinnverwendungsvorschlag muss im Zusammenhang mit dem Tagesordnungspunkt 6 - Aktienrückkauf - gesehen werden.

7. Aktienrückkauf -Tagesordnungspunkt 6

Am 6. Oktober 2004 hat SINGULUS TECHNOLOGIES damit begonnen, das von der Hauptversammlung am 13. Mai 2004 genehmigte Aktienrückkaufprogramm umzusetzen.

Bis Ende Mai wurden insgesamt ca. 2,2 Mio. eigene Aktien mit Mitteln von ca. 29,2 Mio. € der freien Gewinnrücklage zurückgekauft - entsprechend ca. 6 % der Stammaktien vor Beginn der Rückkäufe. Über die einzelnen Transaktionen haben wir im Internet detailliert berichtet. Dieser Betrag kam also den verkaufenden Aktionären unmittelbar zugute.

Alle zurückgekauften Aktien sind oder werden eingezogen. Dadurch verbessert sich rein rechnerisch das Ergebnis pro Aktie. Von den sich daraus ergebenden Kurseffekten profitieren alle Aktionäre. Ein Wertzuwachs kann von den Aktionären - abhängig von ihrer steuerlichen Situation - steuerfrei realisiert werden.

Der Aktienrückkauf kann deshalb für die Aktionäre eine attraktivere Form der Ausschüttung von Gewinnen sein als die eigentliche Dividende. Die Organe des Unternehmens sind überzeugt, dass ein langfristiges Aktienrückkaufprogramm, das einen substantiellen Anteil an SINGULUS TECHNOLOGIES Aktien vom Markt nimmt, einen dauerhaften Beitrag zur positiven Entwicklung der SINGULUS Aktie leisten wird.

Vorstand und Aufsichtsrat haben sich nach intensiven Gesprächen mit Finanzanalysten, Kapitalmarkt-Experten und institutionellen Investoren zum Aktienrückkaufprogramm als die bessere Alternative im Vergleich zu einer Dividenden-Zahlung entschieden. Das begonnene Aktienrückkaufprogramm soll über mehrere Jahre fortgesetzt werden können. Deshalb bitten wir heute um eine erneute Ermächtigung.

Mit der vorgeschlagenen neuen Ermächtigung soll die Gesellschaft in die Lage versetzt werden, bis zum 30. November 2006 eigene Aktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von bis zu EURO 3.529.198 zu erwerben. Der Rückkauf soll ausschließlich zum Zwecke der Einziehung erfolgen, was rein rechnerisch zu einer Erhöhung des Ergebnisses pro Aktie führt. Dies hat nach allgemeiner Erfahrung tendenziell eine kurssteigernde Wirkung.

8.  Beschlussfassung über die Aufhebung der bestehenden Ermächtigung zur Ausgabe von Options- und/oder Wandelanleihen, Aufhebung des Bedingten Kapitals III, Erteilung einer neuen Ermächtigung zur Ausgabe von Options- und/oder Wandelanleihen nebst gleichzeitiger Schaffung eines Bedingten Kapitals IV und entsprechende Satzungsänderung - Tagesordnungspunkt 7

Schon auf der letzten HV hatten Sie uns eine Ermächtigung zur Begebung von Wandelschuldverschreibungen und Optionsanleihen gegeben. Wir wollen diese Ermächtigung erneuern lassen und dabei modifizieren. Vorstand und Aufsichtsrat halten Wandelschuldverschreibungen nach wie vor für eine attraktive Finanzierungsform, die genutzt werden sollte, wenn erhöhter Investitionsbedarf - etwa durch Akquisitionen - zu decken ist. Denn wir schließen nach wie vor eine Erweiterung unseres Produkportfolios auch durch Akquisitionen nicht aus. Derzeit bestehen allerdings dazu noch keine konkreten Pläne.

Eine Finanzierung über Wandelschuldverschreibungen kann zu wesentlich günstigeren Bedingungen erfolgen als über Kredite. Voraussetzung ist allerdings, dass günstige Börsenkonstellationen schnell genutzt werden können und die Anleihe bei spezialisierten Investoren platziert werden kann. Dies ist bei einer Bezugsrechtsemission nicht möglich, weil die Mindestbezugsfrist 2 Wochen beträgt. Wir haben nach der letzten Hauptversammlung mit verschiedenen Investmentbanken gesprochen, die uns dahin beraten haben, dass für ein Unternehmen wie SINGULUS die Möglichkeit einer bezugsrechtsfreien Platzierung von Wandelschuldverschreibungen eine wichtige Finanzierungsoption ist. Bezugsrechtsemissionen würden nur in Ausnahmefällen in Betracht kommen.

Wir haben daher die Ermächtigung vom letzten Jahr um die Möglichkeit ergänzt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht bei einer Begebung von Wandel- und Optionsanleihen auszuschliessen. Allerdings darf sich dieser Bezugsrechtsausschluss nur auf Anleihen beziehen, die in maximal 10 % des Grundkapitals getauscht werden können. Auf diese Grenzen sind eventuelle andere Ausgaben von Aktien ohne Bezugsrecht, etwa aus genehmigten Kapital, anzurechnen. Das Bezugsrecht darf auch nur dann ausgeschlossen werden, wenn die Wandelanleihe zum Marktwert ausgegeben wird. Dies muss durch finanzmathematische Gutachten belegt werden. Erfolgt eine Ausgabe zum Marktwert, ist der Wert des Bezugsrechts gleich null. Eine wirtschaftliche Verwässerung der Aktionäre tritt daher nicht ein.

Weiter haben wir gegenüber der im letzten Jahr beschlossenen Ermächtigung das Volumen reduziert und dem durch den Aktienrückkauf reduzierten Grundkapital angepasst. Bei voller Nutzung des zugehörigen Grundkapitals können maximal 13.000.000 Aktien ausgegeben werden. Die Ermächtigung des letzten Jahres sah noch ein Volumen von 15.617.364 vor.

Die Ermächtigung wird gedeckt durch ein entsprechendes bedingtes Kapital, aus dem bei Wandlung der Anleihe oder Ausübung der Optionen neue Aktien ausgegeben werden können.

9. Aktienoptionsprogramm - Tagesordnungspunkt 8

Das bestehende Vergütungssystem der Gesellschaft ist darauf ausgerichtet, die Management- und Aktionärsinteressen miteinander zu vereinbaren. Aktienoptionen sind dabei ein wichtiges Instrument zur Herstellung eines solchen Gleichlaufs. Auch der Deutsche Corporate Governance Kodex empfiehlt variable und an der Wertentwicklung der Aktien orientierte Vergütung.

Die bestehenden Aktienoptions-Programme sind abgelaufen bzw. fast völlig ausgenutzt. Erneut sollen durch den neuen Aktienoptionsplan diejenigen Führungskräfte und Mitarbeiter (Know-how Träger), die die Unternehmensstrategie gestalten sowie umsetzen und damit maßgeblich für die Wertsteigerung des Unternehmens verantwortlich sind, stärker am Erfolg des Unternehmens teilhaben. Ein solcher Leistungsanreiz liegt gleichermaßen im Interesse der Gesellschaft wie der Aktionäre.

Der vorgeschlagene Aktienoptionsplan ist auf rund 3,4 % des Grundkapitals beschränkt, liegt also weit unter der gesetzlichen Höchstgrenze von 10 %. Die Aktionäre werden dadurch vor einer substantiellen Verwässerung durch Ausübung von Optionen geschützt.

Die Aktienoptionen können erstmals nach Ablauf einer Wartezeit von zwei Jahren seit Ausgabe der Optionen ausgeübt werden. Auch dann können die Optionen nicht alle auf einmal, sondern nur in halbjährlichen Tranchen von jeweils 25 % ausgeübt werden. Beim ersten Ausübungstermin muss der Kurs um mindestens 15 % gestiegen sein, bei jedem folgenden Termin um weitere 2,5 %. Durch die Festlegung eines Kursziels, das deutliche Kurssteigerungen verlangt, soll ein Anreiz zur Steigerung des Unternehmenswertes geschaffen werden.

Die Anknüpfung an einen Branchenindex, wie es der Corporate Governance Kodex anregt, kam nicht in Betracht, weil es im Vergleich zu unserem Unternehmen keine Peer-Group mit vergleichbarer Markt-Ausrichtung gibt, die Rückschlüsse auf die relative Performance unserer Firma zuläßt.

Nach IAS/IFRS muss der Wert der Optionen als Personalaufwand gezeigt werden. Das Ergebnis wird also durch das Optionsprogramm belastet, ohne dass allerdings eine negative Auswirkung auf die Liquidität entsteht. Nach unseren Berechnungen sollte die Ergebnisminderung nicht mehr als 5 Cent/Aktie betragen.

Die Bindung wichtiger Mitarbeiter an das Unternehmen ist für den Erfolg von SINGULUS auch in der Zukunft von großer Bedeutung. Aktienoptionen sind nachweislich ein Mittel zur Bindung und Leistungsmotivierung der Mitarbeiter. Und dies liegt im besonderen Interesse aller Aktionäre. Dieser Vorteil wiegt nach Auffassung von Vorstand und Aufsichtsrat den Verwässerungseffekt durch Optionen auf, zumal dieser durch das geringe Volumen des Programms von vorneherein begrenzt ist.

10. Änderung von § 11 Abs. 1 der Satzung - Bezüge des Aufsichtsrats

Die bisherige Fassung von § 11 Abs. 1 sah vor, dass die AR-Vergütung an das Konzernergebnis nach US-GAAP anknüpft. Diese Regelung wurde beschlossen, als SINGULUS den Konzernabschluss ausschliesslich nach US-GAAP erstellte, was bis 2003 der Fall war.

Auch in Zukunft soll die Vergütung der Aufsichtsräte wie bisher an das Konzernergebnis pro Aktie anknüpfen. Da SINGULUS aber nunmehr gesetzlich verpflichtet ist, den Konzernabschluss nach IAS/IFRS aufzustellen, soll durch die vorgeschlagene Satzungsänderung die Bestimmung über die Aufsichtsratsvergütung an diese Gesetzesänderung lediglich formal angepasst werden. Würde man die bisherige Regelung unverändert lassen, müsste man in Zukunft einen zweiten Abschluss nach US-GAAP aufstellen, nur um die AR-Vergütung zu berechnen. Das wäre ein unverhältnismäßiger Aufwand. Eine materielle Änderung der Aufsichtsratsvergütung ist damit nicht verbunden.

11. Die SINGULUS TECHNOLOGIES-Aktie

Die SINGULUS Aktie startete mit 16,70 € in das Jahr 2004. Dies war ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Tiefstkurs in Höhe von 8,90 € vom März 2003. Der Aktienkurs verzeichnete dann im September 2004 zwischenzeitlich einen Rückgang auf 10,60 €, erholte sich aber im Zuge der allgemein wieder besseren Börsenstimmung im vierten Quartal 2004.

Der Schlusskurs der SINGULUS Aktie lag am Jahresende bei 12,90 €. Dies entspricht einem Kursrückgang von rund 23 % gegenüber dem Jahresbeginn. Insofern hat sich die sehr gute operative Performance von SINGULUS im Geschäftsjahr 2004 in der Aktienkursentwicklung leider nicht widergespiegelt. Das ist sicherlich auch für den Vorstand in keiner Weise zufriedenstellend.

Auch im Vergleich zum TecDAX war die Entwicklung nicht zufriedenstellend, da dieser sich deutlich besser entwickelte als die SINGULUS-Aktie. Wir verstehen Ihre Enttäuschung über die Aktienkursentwicklung und hoffen, dass Sie ebenso wie zahlreiche Mitarbeiter von SINGULUS oder auch ich weiter Aktionär bleiben werden.

Sowohl mit der Veröffentlichung der für unser Unternehmen enttäuschenden Finanzzahlen für das 1. Quartal 2005 als auch unter dem Hintergrund der insgesamt unsicheren Geschäftsaussichten im Gesamtjahr 2005 fiel der Kurs leider stark und liegt gegenwärtig bei nur 10,09 EURO.

12. AUSBLICK

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

nachdem erkennbar wurde, dass das Geschäftsjahr 2005 im Umsatz und Ergebnis deutlich unter den Resultaten von 2004 liegt, hat der Vorstand ein Maßnahmenpaket zur Reduzierung der Kosten ergriffen. Damit werden wir über 5 Mio. Euro an Kosten einsparen, die Organisation verschlanken und uns auf die wieder anziehenden Märkte nach 2005 vorbereiten.

Das Geschäftsjahr 2005 ist ein Jahr der Konsolidierung, und dies in mehrfacher Hinsicht:

•  Sobald sich die Rohmaterial-Preise für Polycarbonat stabilisieren, haben unsere Kunden die Möglichkeit, erneut in die Gewinnzone zurückzukehren und neue Investitionen vorzunehmen.
   
• Die derzeitigen Überkapazitäten in Asien bei den Recordable Formaten werden bald durch das nach wie vor anhaltende Marktwachstum beseitigt sein. 
   
• Die vor allen Dingen in USA und Europa bei vorbespielten DVD im Jahre 2004 deutlich erhöhte Produktionskapazität - reicht zur Zeit für die Nachfrage in 2005 weitgehend aus, nicht jedoch für 2006 und die Folgejahre.
   
• Sowohl unter den Maschinenanbietern als auch bei unseren Kunden sind im laufenden Jahr 2005 Zusammenschlüsse und auch Insolvenzen zu erwarten. Es besteht kein Zweifel: Mit dem kommenden Jahr 2006 wird es auch wieder neue Wachstumschancen in unserem Kerngeschäft Optical Disc geben. Denn das neue digitale und hochauflösende Fernsehen wird mit Macht weltweit in allen Märkten eingeführt werden. Und damit besteht unmittelbarer Bedarf für die neuen Formate der 3. Generation Optical Disc. 

Und für dieses Zukunftsgeschäft - gleich ob HD DVD oder Blu-ray - sind wir durch unsere strategischen Allianzen und technologischen Entwicklungen optimal gerüstet. Wir haben bereits heute alle Weichen stellen können, um mit unseren neuen Maschinen die wichtigsten strategischen Kunden in USA und Japan auszurüsten und somit die wichtigsten strategischen Marktplätze zu besetzen. Damit bestehen beste Aussichten, nach den Pilotinstallationen in 2005 auch das folgende Seriengeschäft ab 2006 und in den Folgejahren an uns zu binden. Dies war unser Erfolgsrezept seinerzeit bei der Einführung der DVD in 1997, welche unser Unternehmen zu höchstem Wachstum getrieben hatte. Und dieses Erfolgsrezept ist für uns erneut die Richtschnur bei der Markteinführung für alle Formate der 3. Generation Optical Disc.

Die dafür notwendigen Produkt-Innovationen stehen bereits zur Verfügung:

•  Erste Mastering-Anlagen sind bereits geordert worden, weitere Projekte stehen zur kurzfristigen Entscheidung an.
   
• Seit der MEDIA-TECH Expo 2005 im Mai wird die SPACELINE II in der HD DVD - Ausführung weltweit ausgeliefert.
   
• Für Blu-ray stehen Prototypen zum Test und für Pilotproduktion in unserem Hause zur Verfügung, und erste Maschinenlieferungen an unsere Kunden erfolgen im 3. Quartal 2005.
   
• Die neue Spritzgießmaschine MoldPro, sowohl für die Formate der 3. Generation als auch für alle bisherigen Formate CD und DVD, wird im September 2005 offiziell in den Markt eingeführt und bietet neues Potenzial für höhere Deckungsbeiträge im Vergleich zur bisher eingesetzten EMOULD-Spritzgießmaschine.Wir gehen weiterhin davon aus, dass unsere Kunden in Asien die gegenwärtigen ökonomischen Probleme im Laufe dieses Jahres erfolgreich bewältigen können und wieder zur alten Geschäfts-Dynamik zurückkehren werden. Denn die Nachfrage nach Optical Disc aller Formate und Generationen wird weiter steigen, so dass auch neuer Maschinenbedarf generiert wird. Unser Anlagen-Geschäft wird also ab 2006 wieder durchstarten können.
 

Unsere Anstrengungen zur Diversifikation werden noch in diesem Jahr erste Markt-Erfolge nachweisen können, vor allen Dingen auch erste Erlöse bei den Anlagen zur optischen Beschichtung von Brillengläsern, so dass ein deutliches Geschäftswachstum ab 2006 und in den Folgejahren unterstellt werden kann.

Der Vorstand insgesamt und alle Mitarbeiter werden sich deshalb mit ganzer Kraft einsetzen, das Unternehmen nach einem Übergangsjahr der Konsolidierung wieder auf den Wachstumspfad zurückzubringen. Schenken Sie uns deshalb weiterhin Ihr Vertrauen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie diesen Weg mittelfristig und darüber hinaus mit uns gemeinsam gehen würden.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Roland Lacher,
Vorsitzender des Vorstandes der
SINGULUS TECHNOLOGIES AG


(es gilt das gesprochene Wort)


SINGULUS TECHNOLOGIES AG, Hanauer Landstrasse 103,
D-63796 Kahl/Main, ISIN: DE0007238909, WKN: 723890

 
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