Erste Kundenabnahme für neue Brillenglas-Beschichtungsanlage OPTICUS
06. Dezember 2006

Kahl am Main, 06.12.2006 – Die SINGULUS TECHNOLOGIES AG (SINGULUS) konnte für das 2. neue Arbeitsgebiet „Optical Coatings" einen wichtigen Durchbruch erzielen: Die erste OPTICUS Beschichtungsanlage für Kunststoff-Brillengläser wurde von einem Kunden für die Fertigung qualifiziert und abgenommen. In diesem Jahr wurden drei Anlagen ausgeliefert, von denen jetzt die erste Anlage nach umfangreichen Tests in der Serienfertigung für Brillengläser eingesetzt wird.

SINGULUS TECHNOLOGIES Vorstandschef Stefan A. Baustert: „Wir sind unserem Ziel einen großen Schritt näher gekommen, die Brillenglasindustrie von den eindeutigen Vorteilen unserer Technologie zu überzeugen. Die gute Zusammenarbeit mit zwei weiteren namhaften Brillenglasherstellern bietet SINGULUS die große Chance, sich im Markt für Brillenglasbeschichtungen erfolgreich zu positionieren.“

Die neue Technologie hat alle Voraussetzungen, die bisherige Brillenglasfertigung zu revolutionieren. Das aus der Serienfertigung von CDs und DVDs bekannte Inline-Verfahren von SINGULUS automatisiert den Herstellprozess und senkt die Personalintensität und damit die Kosten. Dadurch hat sich eine OPTICUS-Anlage je nach Auslastung bereits in kürzester Zeit voll amortisiert. Die Kernkompetenz von SINGULUS liegt dabei im Bereich der Vakuum-Beschichtungstechnik.

Die Integration der in der Brillenglasherstellung üblichen Hart-, Antireflex- und Pflegeleicht-Beschichtung in einen Inline-Prozess und die vollständige Automatisierung der Kunststoffbrillenglas-Veredelung ist bei den bisher gebräuchlichen Maschinen und Prozessen nicht möglich gewesen. Dagegen zeichnet sich die OPTICUS-Anlage gegenüber den herkömmlichen Batch-Verfahren besonders durch einen hohen Automatisierungsgrad und ihre Flexibilität aus. Darüber hinaus ermöglicht das System dem Hersteller eine deutliche Reduzierung der Logistik und eine Verkürzung der Durchlaufzeiten. Mit dem SINGULUS Know-how können so beispielsweise alle Beschichtungsschritte in einer Maschine auf beiden Seiten der Kunststoff-Gläser in nur 30 Minuten erfolgen.

Der Markt für Optical Coatings ist ein attraktives Geschäftsfeld für ein weiteres Wachstum. Aufgrund der Entwicklung der Altersstruktur wird der Markt für Brillen weltweit auch in den kommenden Jahren stetig wachsen. Insgesamt werden in Westeuropa bereits jährlich mehr als 70 Millionen beschichtete Brillengläser verkauft, in den USA sind es heute mehr als 25 Millionen.

Nachdem SINGULUS mit mehreren Aufträgen für das Arbeitsgebiet TMR-Beschichtungstechnik einen ersten Durchbruch erzielt hat, ist es nun mit dieser technischen Abnahme gelungen, auch die hohen Eintrittsbarrieren in der Brillenoptikfertigung zu überwinden. Beide Arbeitsgebiete werden neben dem Stammgeschäft der Maschinen und Anlagen zur Herstellung von Optical Discs weiterentwickelt, um ein langfristiges Wachstum sicherzustellen.

Hintergrundinformation: Brillenglasfertigung
Brillengläser sind im alltäglichen Gebrauch selbst bei schonender Behandlung starken Beanspruchungen ausgesetzt. Reibungen durch Staubpartikel, Abrieb durch Putzen der Gläser, Transport in der Jacke oder im Auto sind nur einige Beispiele, die deutlich machen, welchen Belastungen ein Brillenglas widerstehen muss. Kunststoffgläser verkratzen deutlich leichter als bisher übliche Mineralgläser, werden jedoch von Brillenträgern wegen des geringeren Gewichts zunehmend bevorzugt. Deshalb müssen die Kunststoff-Oberflächen mit einer kratzfesten Beschichtung geschützt werden. Dies erfolgt bisher allgemein durch einen Hart-Lack, der im Tauchverfahren beidseitig aufgebracht und anschließend zeitintensiv getrocknet wird. Durch das innovative OPTICUS-Beschichtungsverfahren entfällt die aufwendige Trocknung.

Zudem wird einfallendes Licht auf einem Brillenglas mehr oder weniger stark reflektiert, so dass der Brillenträger dies durch unerwünschte Reflexionen (Spiegelungen), welche seine Sicht beeinträchtigen, im Brillenglas wahrnimmt. Diese optischen Störungen können durch Anti-Reflex-Beschichtung (AR) – auch Entspiegelung genannt – nahezu vollständig eliminiert werden. Die AR-Beschichtung hat in den letzten Jahren kontinuierlich steigende Anteile im Markt für Brillengläser gewinnen können. Zur Entspiegelung wurden bis jetzt Vakuum-Aufdampf-Anlagen verwendet, die man nur von Hand, chargenweise bestücken kann. Der OPTICUS erlaubt das vollautomatisierte Aufbringen der Entspiegelung auf beiden Seiten des Brillenglases simultan.